Dieser Artikel steht im Zusammenhang mit der Seite Regierungstruktur. Hier wird erklärt, was eine Präsidialregierung bzw. ein Präsidalkabinett ist. Diese gab es in der Weimarer Republik und zum Zeitpunkt ihres Scheiterns. Sie begannen nachdem Hindenburg Brüning zum Reichskanzler ernannte. Die Präsidialregierungen haben die sehr starke Stellung des Reichspräsideneten noch verstärkt und dafür gesorgt, dass er noch mehr machen konnte.

Präsidialregierung bzw. Präsidialkabinett



Die letzten drei Reichsregierungen der Weimarer Republik bezeichnet man als Präsidialkabinette.
In diesem Regierungssystem nimmt der (Reichs-)Präsident eine sehr starke Stellung ein. Alles ist von ihm abhängig oder genauer gesagt von seinem Vertrauen. Eigentlich regiert nur der (Reichs-)Präsident, denn wenn der Reichspräsident durch das Notverordnungsrecht ein Gesetz erlassen wollte, konnte er mit der Auflösung des Reichstages drohen (Art 25), womit er letztendlich immer am längeren Hebel saß. Außerdem setzt er die Reichskabinette ein (-> Weimarer Verfassung Art. 53). Diese haben auch eine gute Stellung in der Politik und so kann der (Reichs-)Präsident bei der Auswahl der Kabinette darauf achten, dass diese seinen Zielen nicht im Weg stehen.

Artikel 53
"Der Reichskanzler und auf seinen Vorschlag die Reichsminister werden vom Reichspräsidenten ernannt und entlassen."
http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/verfassung/index.html

Regierungssystem.jpg
Regierungsystem der Weimarer Republik - Grafik von Wikipedia-Nutzer Azador, 2007




Hier sieht man, wer wen einsetzt bzw. entlässt. Man erkennt auch, dass der Reichspräsident den Reichskanzler ernennt und die Reichsminister. Das bezeichnet man als Präsidialregierung.
















Bildquelle:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Weimarer_Verfassung.JPG



Textquellen:
http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/parlamentarismus/weimar/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidialkabinett