Nach dem ersten Weltkrieg war Frankreich an einer Schwächung Deutschlands, gegen das es viele Kriege geführt hatte, und einer Stärkung der eigenen Position in Europa interessiert. Deshalb stellte es hohe Forderungen und wollte hart durchgreifen. Außerdem wollte Frankreich auch die Kontrolle über die Industriegebiete im Westen Deutschlands. Vor allem die Kohleabbaugebiete und die Stahlindustrie waren für sie von wirtschaftlichem Intesse.

Vor und nach dem Versailler Friedensvertrag war das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland gestört.
Gründe dafür:

Davor:

  • Schon 1555 beginnen die Könige von Frankreich, ihr Staatsgebiet nach Osten zum Rhein hin auszudehnen. Sie nutzen innerdeutsche Streitigkeiten und den Druck der Türken auf das Reich, um sich zuerst die deutschen Festungsstädte Metz, Toul und Verdun, dann zehn elsässische Städte, dann Teile Lothringens und zum Schluß das ganze Elsaß anzugliedern. Die deutsche Muttersprache der Elsässer Bevölkerung ist den Franzosen dabei kein Hinderungsgrund. Der französische Versuch, dann auch noch das damals deutsche Luxemburg zu annektieren, mißlingt jedoch -> hinterläßt in Deutschland ein Frankreichbild, das bis zum Zweiten Weltkrieg mit dem bösen Wort vom Erbfeind in Erinnerung bleibt
  • 1870-1871 Einmarsch deutscher Truppen in Frankreich -> feindliche Haltung Frankreichs gegenüber den Deutschen
  • Frankreich erlitt im Ersten Weltkrieg den Tod von 1,4 Millionen Staatsbürgern und die Verwüstung von Landstrichen im Nordosten, für diesen Schaden sollte das Deutsche Reich mit Reparationszahlungen gerade stehen

Danach:

  • Die negative Haltung zum Friedensvertrag -> politische Spannungen -> keine Aussöhnung
  • Deutschland: zu hohe Reparationskosten-> Wirtschaftliche Benachteiligungen
  • Frankreich: zu niedrige Reparationskosten
  • Von beiden Nachbarn kamen Verleumdungen.
  • Frankreich stellte sofort Forderungen
  • Im Jahr 1923 besetzte Frankreich zwischenzeitlich das Ruhrgebiet ("Ruhrbesetzung")

Schanddiktat :


->Friedensvertrag: Von Seiten Deutschlands:
Ruf eines "Schanddiktates"
->So wurde der Versailler Friedensvertrag bezeichnet, weil darin Deutschland die Alleinschuld am Krieg angelastet wurde.
Deutschland hatte keine andere Wahl, sie mussten den Vertrag unterzeichnen, da die Alliierten mit erneuten Kriegshandlungen drohten.
Der Versailler Friedensvertrag wurde also nicht verhandelt sondern diktiert, hatte also nichts mit ''Frieden'' zu tun.
Es war somit eine "Schande" für das deutsche Volk. -> deshalb "Schanddiktat"




Quellen:



Aufgaben:

  • Nenne die Forderungen des Versailler Vartrags und deren Folgen.
  • Beschreibe das deutsch-französische Verhältnis nach dem 1. Weltkrieg.
  • Erkläre wie Deutschland und Frankreich die Reparationskosten empfanden, waren sie von beiden Seiten aus gerechtfertigt?