Der Young-Plan


Der Young-Plan wurde 1926 vom amerikanischen Bankier Owen Young entworfen. Er sollte eine Lösung der Zahlungen der Reparationskosten sein.

Die im Dawes-Plan festgelegten Verpflichtungen erwiesen sich als eine für das Deutsche Reich nicht tragbare Belastung. Im Juni 1929 legte daher ein Sachverständigenausschuss unter Leitung von Owen Young einen neuen Zahlungsplan für Reparationen vor, der dem deutschen Wunsch nach Senkung der Schuldenlast entgegenkam. Die Reparationssumme wurde nun auf 36 Milliarden Reichsmark mit einer Laufzeit bis 1988 festgelegt. Die durchschnittliche Jahresrate betrug 2 Milliarden Reichsmark. Reichsbahn und Reichsbank standen fortan nicht mehr unter ausländischer Kontrolle, die Einschränkung der deutschen Souveränität wurde damit aufgehoben. Gleichzeitig mit der Annahme der im Young-Plan festgeschriebenen deutschen Zahlungsverpflichtungen erreichte Außenminister Gustav Stresemann im August 1929 die Zusicherung der Alliierten, das gesamte Rheinland bis zum 30. Juni 1930, fünf Jahre früher als im Versailler Vertrag vereinbart, zu räumen.


Empörung auf der Seite der Deutschen

Während sich die Parteien der Großen unter Reichskanzler Hermann Müller für die Annahme des Young-Plans aussprachen, rief dieser aufgrund der langen Laufzeit und der als viel zu hart angesehenen Reparationszahlungen Empörung und heftigen Widerstand im rechten politischen Spektrum hervor. Im Juli 1929 gründete daher der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), Alfred Hugenberg, zusammen mit Adolf Hitler sowie Franz Seldte vom Stahlhelm und Heinrich Claß vom Alldeutschen Verband den "Reichsausschuß für das Volksbegehren gegen den Young-Plan".(Artikel 73 der Weimarer Verfassung gab der Bevölkerung die Möglichkeit, durch Volksentscheide direkten Einfluss auf die Legislative zu nehmen.) Trotz des Scheiterns des Volksentscheids und seiner Annahme durch den Reichstag am 12. März 1930 war dem Young-Plan keine lange Laufzeit beschieden. Als Folge der Weltwirtschaftskrise wurde er auf der Konferenz von Lausanne im Juli 1932 aufgehoben.

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Titelblatt einer kommunistischen Broschüre



Quellen:

www.dhm.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Young-Plan
http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44651